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Birgit Finta

Birgit Finta

Deine Haustierfotografin
Von der Fotoidee zum fertigen Bild an deiner Wand!

Von der künstlerischen Freiheit

Heute möchte ich gerne ein paar Worte zur künstlerischen Freiheit in der Bildbearbeitung bzw. in meiner Bildnachbearbeitung verlieren.

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich geschrieben: „Ein Foto ist eine Wiedergabe eines bestimmen Moments – es hält Tatsachen, Dinge, Personen, Tiere, Architektur und vielfältig Anderes fest.“

Das stimmt zwar grundsätzlich absolut – aber manchmal weicht das Gefühl, das ich in diesem fotografischen Moment hatte von der knallharten Realität doch ein kleines bisschen ab. 🙂 Bzw. finde ich, dass die Umgebung in diesem Moment das Model nicht aussagekräftig unterstützen kann. Dann nehme ich mir die Freiheit Dinge zu verstärken….zu verändern…..um ein Ergebnis zu erzielen welches die von mir gefühlte Stimmung zu 100 % widerspiegelt.

Das erreiche ich im Normalfall durch das zarte bis eher kräftige Verändern von Farben im Bild. Wie bei diesem Bild vom wunderschönen Abu Sabi. 
Elegant schwebte er an diesem Abend (anlässlich eines Workshops bei der großartigen internationalen Tierfotografin Wiebke Haas) im zarten, rosa-orangen Licht der untergehenden Abendsonne an uns vorbei. Leider hat die Kamera das nicht ganz so gesehen. Viel Grün, ein wenig Weiß und ein Ansatz von Orange und Gelb. Von malerischer, idyllischer Sonnenuntergangsstimmung keine Spur! Die Kamera kennt nur knallharte Tatsachen. 

Ein paar farbliche Anpassungen später ist das Bild so wie es sich uns damals wirklich dargestellt hat. 

Es strahlt Energie, Eleganz und Stärke aus – gepaart mit dem wunderschönen Farbspiel der untergehenden Sonne.

Manchmal aber reichen einfache farbliche Anpassungen nicht. Dann muss ich zu radikaleren Methoden greifen.

Dieses Bild hier zum Beispiel. Die junge Lilja ist eine isländische Schönheit mit einer wirklich zauberhaften Ausstrahlung! In diesem Moment ist sie im allerschönsten, kraftvollsten Galopp über das Viereck gelaufen. Schau dir diese „verspielte“ Gesichtsmimik an. Ist die nicht einfach herrlich!

Ja, man hätte jetzt einfach hergehen und die vielen hässlichen Zaunschnüre im Hintergrund wegretuschieren können. Damit hätte man allerdings immer noch die unschöne Betonumrandung des Vierecks im Bild gehabt. Und außerdem wäre das Bild damit für mein Befinden sehr unglaubwürdig geworden. Denn welches Pferd bleibt freilaufend ohne Begrenzung innerhalb eines freiliegenden Vierecks?? (außer es ist sehr auf seinen Menschen geprägt und/oder versiert in Freiarbeit)

Ich hatte lang darüber nachgedacht einen anderen Hintergrund zu wählen – aber durch die Betonumrandung, und die Tatsache, dass Lilja so direkt nah dran entlangläuft, war ich mit den Möglichkeiten eher eingeschränkt. Also habe ich eine äußerst radikale Entscheidung getroffen……….

 

Ich habe Lilja einfach vor einen schwarzen Hintergrund gestellt!

Wobei „einfach“ hier das falsche Wort ist, denn dieses Bild hat mich mehrere Stunden Arbeit gekostet. Das Pferd vor einem so unruhigen Hintergrund (von dem es sich auch nicht wirklich gut abhebt) passend freizustellen ist sogar mit einem Programm wie Photoshop keine Arbeit von ein paar Minuten.

Als zusätzliche künstlerische Komponente habe ich mich dazu entschlossen noch ein goldenes Bokeh einzufügen um den eleganten, zauberhaften Ausdruck von Lilja zu unterstreichen.

Wie gesagt – solch radikale Bildänderungen kommen in meiner Arbeit fast nie vor, aber es macht hin und wieder Spaß sich daran zu versuchen um ein gutes Bild zu einem (für mich) perfekten Bild zu machen.

Ich weiß, es gibt komplett unterschiedliche Auffassungen wie weit eine Nachbearbeitung bzw. Bildveränderung gehen darf/soll. Manch einer sagt „Ein Bild ist nur ein gutes Bild wenn es gut aus der Kamera kommt, ohne Wenn und Aber“, ein anderer meint „Die Umgebung zu einem bestimmten Zeitpunkt ist nun mal so, da braucht man nichts herumschrauben“ und wieder andere sind der Auffassung von Christian Anderl der sinngemäß sagt: „Ein unbearbeitetes Bild ist wie wenn man ein 5*-Deluxe-Essen in Kochtöpfen auf den Tisch stellt“.

Wie ist denn deine Meinung zur Bildnachbearbeitung? Wie weit darf sie gehen? Was ist für dich vertretbar? Ich würde mich sehr freuen wenn du mich an deinen Gedanken teilhaben lässt!

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. ich bin grundsätzlich kein Fan von „übertriebener“ Bildbearbeitung (jetzt stellt sich natürlich die Frage wo beginnt denn das Übertreiben 🙂 ) Aber meiner bescheidenen Meinung nach zählt auch hier, was dem Macher selbst gefällt, dass ist auch genau das richtige Maß an Bearbeitung…alles was getan wird nur um anderen zu gefallen und nicht einem selbst ist nur Kommerzware(was sicher für einige auch seine Berechtigung haben wird) und meist nicht das was man fühlt, sieht und sich vorstellt wenn man seine Bilder macht.

    1. Danke Mike für dein Feedback! Ich kann jedem deiner Worte nur uneingeschränkt zustimmen. Leider kann man feststellen, dass viele Fotografen, um zu gefallen, sich einem grad gängigen Bildlook-Mainstream anschließen. Was resultiert daraus? Dass man mit einem anderen Fotografen verglichen wird. Das mag manchen schmeicheln – damit geht aber finde ich die eigene Sprache vollkommen verloren. So wie du schreibst – man wird Massenware/Kommerzware.

      1. Das Problem von vielen „Fotografen“ ist halt der unbändige Wille mit seinem „Können“ viel Kohle zu machen. Da bleibt halt dann kein Platz für eigene künstlerische Interessen…Wer verkauft sich gut, den muss man kopieren um vom immer kleiner werdenden Kuchen mit naschen zu können…ob es einem selbst gefällt ist dann eine andere Seite.

        1. Wenn man als Fotograf hauptberuflich tätig ist, hat man vermute ich eine andere Einstellung als wenn man die Fotografie wie du nur hobbymäßig oder wie ich nur nebengewerblich macht. Denn hauptberuflich MUSST du genug Geld machen um zu überleben. Und DANN wird die Gratwanderung zwischen Kunst und (notwendigem) Kommerz schwierig….

  2. Liebe Birgit,

    sehr schön auf den Punkt gebracht!

    Es geht nicht mehr darum, ob man eine Nachbearbeitung macht, sondern um das wie und wieviel. Die Bildsprache und die Bildwirkung nach der Bearbeitung ist da sehr entscheidend.

    Ob man einem Trend folgt, oder nicht, ist aus meiner Erfahrung unwichtig. Denn man entwickelt sich selbst und seine Bilder weiter und man wird immer Unterschiede finden. Das beginnt schon damit, dass jeder Lightroom/Photoshop völlig anders verwendet. Daher ist es umso wichtiger seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn der erstmal auf der gleichen Route liegt wie bei vielen anderen Fotografen.

    Deine Abzweigung für deinen Stil wird kommen!

    Sehr schöne Homepage übrigens! Hat sich toll entwickelt!

    1. Oh vielen lieben Dank für deine netten Worte zu meiner Website. Hat mich viiiiieeele Stunden an Arbeit, Verzweiflung, „Blut&Schweiß“ gekostet. *lach*
      Und ich seh schon jetzt wieder Verbesserungspotential. Aber das ist gut so – eine Website soll ja eh was Dynamisches sein.

      Ja, das finde ich eigentlich das Wichtigste – sich zwar Inspirationen holen – aber dann die gesehenen Dinge für sich selbst adaptieren und interpretieren – und nicht einfach stur einem Trend folgen.

      Man sagt mir schon vereinzelt nach, dass ich bereits einen Stil hätte….
      Bin mir da aber nicht so ganz sicher – wobei – der eigene Blick auf die eigenen Fotos ist halt ein ganz anderer als ein Blick von außen.

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